Friedelit ist ein relativ seltenes Mangansilikatmineral, das zur Humitgruppe gehört. Es ist vor allem für seine tiefrosa bis rötliche Färbung und seine enge Verbindung mit manganreichen metamorphen Umgebungen bekannt. Obwohl Friedelit gelegentlich in Edelsteinsammlungen zu finden ist, wird es in erster Linie wegen seiner mineralogischen Bedeutung geschätzt und nicht wegen seiner weit verbreiteten kommerziellen Verwendung.
Anmerkung: Historisch mit der Humit-Gruppe assoziiert, derzeit jedoch Namensgeber der Friedelit-Gruppe.

Das Mineral wurde erstmals 1876 beschrieben und zu Ehren von Charles Friedel benannt, einem französischen Chemiker und Mineralogen, der für seine Beiträge zur Kristallographie und organischen Chemie bekannt ist. Seit seiner Entdeckung ist Friedelit vor allem für Forscher, Sammler und diejenigen von Interesse, die sich mit manganhaltigen geologischen Systemen beschäftigen.

Chemische Zusammensetzung und mineralogische Klassifizierung
Chemisch gesehen ist Friedelite ein hydratisiertes Mangansilikat mit der idealisierten Formel Mn₈Si₆O₁₅(OH)₁₀. In natürlichen Proben wird Mangan häufig teilweise durch Eisen, Magnesium oder Zink ersetzt. Diese Ersetzungen führen zu geringfügigen Abweichungen in der chemischen Zusammensetzung und können die Farbintensität und Textur beeinflussen, ohne jedoch die grundlegende Struktur des Minerals wesentlich zu verändern.

Friedelit gehört zur Humitgruppe, einer Familie von Nesosilikatmineralien, die sich durch abwechselnde Schichten aus Silikattetraedern und hydroxylhaltigen Oktaederblättern auszeichnen. Weitere Mineralien dieser Gruppe sind Humit, Klinohumit und Norbergit. Was Friedelit innerhalb dieser Gruppe auszeichnet, ist sein ungewöhnlich hoher Mangangehalt, der sowohl für seine Färbung als auch für sein geologisches Vorkommen eine wichtige Rolle spielt.
Kristallstruktur und physikalische Eigenschaften
Friedelit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, obwohl gut ausgebildete Einzelkristalle relativ selten sind. Die meisten Exemplare kommen als körnige Massen, faserige oder lamelläre Aggregate oder kompakte Krusten vor, die mit anderen manganreichen Mineralien verwachsen sind. Die Schichtstruktur seines Kristalls gibt Friedelit oft ein blättriges oder leicht glimmerartiges Aussehen, insbesondere bei faserigen Varianten.
Das auffälligste Merkmal von Friedelit ist seine Farbe, die typischerweise von tiefem Rosarot über rötliches Rosa bis hin zu bräunlichem Rot reicht und gelegentlich orange-rote Töne aufweist. Diese Färbung wird in erster Linie durch Manganionen im Kristallgitter verursacht. Friedelit ist im Allgemeinen durchscheinend bis undurchsichtig, und sein Glanz variiert von glasig bis seidig, insbesondere auf faserigen Oberflächen.
Auf der Mohs-Skala hat Friedelit eine Härte von etwa 4,5 bis 5 und gehört damit zu den mäßig weichen Mineralien. Sein spezifisches Gewicht liegt in der Regel zwischen etwa 3,1 und 3,3. Aufgrund dieser physikalischen Eigenschaften ist Friedelit für die meisten Schmuckanwendungen ungeeignet, insbesondere wenn es auf Haltbarkeit ankommt.
Geologische Formation und Umwelt
Metamorpher Ursprung
Friedelit bildet sich vorwiegend in manganreichen metamorphen Umgebungen, insbesondere dort, wo sedimentäre Manganvorkommen einer regionalen oder Kontaktmetamorphose unterzogen wurden. Seine Bildung erfordert in der Regel mittlere bis hohe Temperaturen, siliziumreiche Flüssigkeiten und das Vorhandensein von hydroxylhaltigen Komponenten. Unter diesen Bedingungen entwickelt sich Friedelit als Teil komplexer Mineralzusammensetzungen innerhalb metamorphosierter Manganerze.
Verbundene Mineralien
Friedelit kommt häufig zusammen mit anderen Mangansilikaten und -oxiden vor, darunter Rhodonit, Pyroxmangit, Spessartin-Granat, Hausmannit, Tephroit und Quarz. Diese Assoziationen machen Friedelit zu einem nützlichen Indikatormineral für die Interpretation der Paragenese und der metamorphen Geschichte von Manganvorkommen.
Vorkommen und weltweite Verbreitung
Wichtige Orte
Friedelit gilt als geologisch selten, wobei gut dokumentierte Vorkommen auf bestimmte Regionen beschränkt sind. Zu den bedeutenden Fundorten zählen Frankreich, wo klassische Typusexemplare gefunden wurden, sowie Schweden und Italien in manganreichen metamorphen Zonen. Weitere Vorkommen wurden in den Vereinigten Staaten, insbesondere in New Jersey und Teilen der westlichen Bundesstaaten, sowie in Japan in komplexen Manganerzkörpern gemeldet.
Die bedeutendsten und weltweit bekanntesten Fundorte sind die Franklin- und Sterling Hill-Minen in New Jersey. Diese Standorte sind weltweit dafür bekannt, dass sie Exemplare von höchster Qualität hervorbringen, darunter seltenes, transparentes Material mit dem größten Potenzial für Edelsteine. Friedelit aus diesen Fundorten weist oft eine außergewöhnliche Farbsättigung auf und ist bei Sammlern der einzigartigen Mineralien aus Franklin sehr begehrt.

Proben aus verschiedenen Regionen können sich hinsichtlich Farbsättigung, Textur und zugehörigen Mineralzusammensetzungen unterscheiden, was die lokalen geologischen Bedingungen widerspiegelt.
Friedelite im Mineraliensammeln
Obwohl Friedelit als Edelstein nicht weit verbreitet ist, hat er für systematische Mineraliensammler und institutionelle Sammlungen eine große Bedeutung. Exemplare mit intensiver Färbung, gut entwickelten faserigen Strukturen oder eindeutigen Verbindungen zu anderen Manganmineralien werden für Bildungs- und Forschungszwecke besonders geschätzt.
Aufgrund seiner mäßigen Härte und seiner Neigung zu Brüchen wird Friedelit selten facettiert. Wenn es geschliffen wird, wird es in der Regel zu Cabochons oder polierten Abschnitten geformt, die eher zur Ausstellung als für kommerziellen Schmuck bestimmt sind.
Unterscheidung von Friedelit von ähnlichen Mineralien
Friedelit kann mit anderen rosa oder roten Manganmineralien verwechselt werden, insbesondere mit Rhodonit, Rhodochrosit und Pyroxmangit. Rhodonit ist im Allgemeinen härter und weist oft schwarze Manganoxidadern auf, während Rhodochrosit ein Karbonatmineral mit deutlicher Spaltbarkeit und helleren Rosatönen ist. Pyroxmangit hat eine ähnliche chemische Zusammensetzung, unterscheidet sich jedoch in seiner Kristallstruktur und Spaltbarkeit.

Die genaue Identifizierung von Friedelit erfordert in der Regel analytische Methoden wie Röntgenbeugung oder Elektronenmikrosondenanalyse, insbesondere wenn es in komplexen Mineralzusammensetzungen vorkommt.
Ist Friedelit selten?
Obwohl Friedelite nicht zu den seltensten bekannten Mineralien zählt, gilt es geologisch gesehen als ungewöhnlich. Seine Entstehung erfordert eine bestimmte Kombination aus hoher Mangankonzentration, Verfügbarkeit von Siliziumdioxid und geeigneten metamorphen Bedingungen, was seine weltweite Verbreitung einschränkt. Daher sind hochwertige Exemplare relativ selten und eher in Museums- oder akademischen Sammlungen als auf dem freien Mineralienmarkt zu finden.
Tipp zur chemischen Identifizierung: > Ein traditioneller und wirksamer mineralogischer Test zur Unterscheidung von Friedelit von anderen Silikaten ist seine Reaktion auf Säuren. Im Gegensatz zu vielen ähnlich aussehenden Mineralien reagiert Friedelit gelatiniert in Salzsäure (HCl)Dieser charakteristische „Gel-Test“ ist eine klassische chemische Methode zur Identifizierung bestimmter geschichteter Silikatmineralien und kann dazu beitragen, die Identität einer Probe zu bestätigen, wenn eine visuelle Untersuchung nicht ausreicht.